Raiffeisenbank zieht es ins Netz

Geldinstitut will mehr standardisierte Produkte anbieten - 6,71 Millionen Überschuss

Raiffeisenbank Baunatal Vorstand Claus-Rüdiger Bauer
Zufrieden: Vorstand Claus-Rüdiger Bauer macht mit seinem Team die Bank fit für die Zukunft.

Baunatal. Das Geschäft der Geldinstitute wird schwieriger. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank vertreibt nicht nur den Deutschen die Lust am Sparen, sondern drückt auch bei den Banken auf die Einnahmen. Dies trifft auch die Raiffeisenbank Baunatal eG (RBB), die am Mittwoch die Geschäftszahlen für 2013 vorstellte.

Das genossenschaftliche Geldinstitut steht mit einem Jahresüberschuss vor Steuern von 6,71 Millionen Euro (2012: 7,06 Mio. Euro) gut da, doch die Politik des EZB-Chefs Mario Draghi lässt das Zinsergebnis von 2,41 auf 2,33 Prozent der Bilanzsumme leicht sinken, und das Zinsergebnis zählt zu den Haupteinnahmequellen. Die Bilanzsumme ging von 589,8 auf 546,9 Millionen Euro zurück. Die Bank hat sich 2012 bei der EZB mit 50 Millionen Euro billigem Geld eingedeckt und diese Summe im vergangenen Jahr zurückgezahlt, erklärt RBB-Vorstandsvorsitzender Claus-Rüdiger Bauer.

Dennoch blickt die Bank gelassen nach vorn. „Im vergangenen Jahr haben wir das Fundament für die Zukunftsfähigkeit der Bank gestärkt“, sagte Bauer.

Dafür hat das Geldinstitut einiges getan: Die Kosten wurden von 10,21 auf 9,87 Millionen Euro gesenkt. Dafür wurden auch Stellen von Mitarbeitern, die in den Ruhestand wechselten, nicht mehr besetzt. Die Zahl der Beschäftigten sank von 135 auf 121. Die Kosten, um einen Euro zu verdienen, stiegen dennoch von 58,75 auf 60,15 Cent.

Über fehlendes Kundenengagement kann die RBB nicht klagen – im Gegenteil. Die Kundeneinlagen stiegen von 424,6 auf 436,3 Millionen Euro, das Volumen der Kundenkredite legte von 244 auf 251 Millionen Euro zu – getrieben von günstigen Immobilienfinanzierungen. Kreditausfälle musste die RBB nicht verbuchen, lediglich bei den Wertpapiergeschäften gab es Ausfälle von insgesamt 152 000 Euro.

Wie vorausschauend die Baunataler arbeiten, lässt sich an der Entwicklung des Eigenkapitals und der Reserven ablesen: Die Summe stieg von 81,1 auf 88,1 Millionen Euro. Zehn Jahre zuvor waren es erst 39,2 Mio. Euro.

Internet-Banking verstärken

Zwar hält die RBB an der Zahl der Filialen im Geschäftsgebiet fest, will aber das Internet-Banking vorantreiben. Der Verband der Genossenschaftsbanken hat sich das Ziel gesetzt, im kommenden Jahr Marktführer in Deutschland zu sein.

Im Geschäftsgebiet der RBB leben etwa 80 000 Menschen, knapp die Hälfte habe ein Konto bei der Bank, 20 000 von ihnen erledigen ihre Geschäfte bereits im Internet, listet Bauer auf. Nun soll die Produktpalette um standardisierte Produkte erweitert werden – etwa aus dem Bereich Versicherungen, Kundenkredite und Baufinanzierungen.

Von Martina Wewetzer